Abgeknirschte Zähne: Hilfe bei Abrasionsgebiss

Etwa 20 % aller Erwachsenen knirschen mit den Zähnen. Eine wissenschaftliche Arbeit fasst besonders interessante Fakten diverser Studien zum Thema Zähneknirschen zusammen. Unter anderem heißt es darin, dass Zähneknirscher während eines achtstündigen Schlafs statt 260 Zahnkontakten rund 1.200 bis 12.000 Kontakten haben. Der dabei ausgeübte Druck ist enorm. Abgeknirschte Zähne als Folge sind kaum verwunderlich.

Während man beim normalen Zubeißen rund 175 psi (12 bar) Druck ausübt, arbeitet der Kiefer beim Knirschen mit bis zu 300 psi (20 bar), in seltenen Fällen gar bis zu unvorstellbaren 175.000 psi (12.000 bar). Zur Relation: Ein Autoreifen liegt bei rund 2,5 bar.

In diesem Artikel schauen wir uns an, welche Folgen die Druckausübung hat - Zahnmediziner sprechen vom Abrasionsgebiss. Zudem möchten wir zeigen, wie ein solches wieder aufgebaut werden kann.

Welche Auswirkungen hat das Zähneknirschen?

Durch diese signifikant erhöhten Zahnkontakte und den gewaltigen Druck wird die Zahnsubstanz nach und nach förmlich abgemahlen - und das, obwohl der Zahnschmelz das härteste Material in unserem Körper ist. 

Durch diese Abrasion kann es in der weiteren Folge zu Zahn- und Kieferfehlstellungen und weiter zu Verspannungen und Kopfschmerzen kommen. Auch Sprachstörungen, Schwierigkeiten beim Kauen oder eine verstärkte Mundatmung können auftreten. Die deutlichste Folge jedoch ist der Verlust der Zahnsubstanz. Das freiliegende Dentin führt zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit, die abgeknirschten Zähne begünstigen Karies und Parodontose. Weitere Folgen in der Kurzübersicht:

Neben den medizinisch bedenklichen Folgen werden aber auch ästhetische Auswirkungen beobachtet - die Zähne sehen unförmig aus oder weisen Furchen und schiefe Kanten auf. Diesen Folgen kann man auf verschiedene Weisen begegnen. 

Abrasionsgebiss: Die Behandlungsmöglichkeiten

Manchmal lassen sich Patienten lange Zeit, bevor sie sich für eine Behandlung entscheiden. Da die Abrasion der Zähne ein schleichender und über viele Jahre stattfindender Prozess ist, nehmen viele Menschen die Veränderungen auch nicht unmittelbar wahr. Manche scheuen die Behandlung aufgrund des Aufwands oder der Kosten oder schämen sich schlichtweg zu sehr für den Zustand ihrer Zähne.

Wenn Sie sich letztlich für eine Behandlung entschieden haben, gibt es im Grunde zwei Arten des Vorgehens bei abgeknirschten Zähnen. Die eine ist sehr aufwendig und langwierig, die andere hingegen minimalinvasiv mit einem besonderen Augenmerk auf den Erhalt von möglichst viel der eigenen Zahnsubstanz. 

Wir möchten Ihnen dringend empfehlen, sich einerseits regelmäßig untersuchen zu lassen und andererseits bei der Vermutung auf abgeknirschte Zähne mit uns zu sprechen. Nehmen Sie gerne Kontakt zu unserer Zahnarztpraxis im Mediapark in Köln auf. 

Die konventionelle Therapie gegen abradierte Zähne

Bei der herkömmlichen Methode handelt es sich um Zahnersatz in all seinen verschiedenen Formen wie Brücken, Zahnimplantate, Kronen und Veneers. Da hierbei in den allermeisten Fällen die noch vorhandene Zahnsubstanz entfernt bzw. weitestgehend entfernt werden muss, wird diese Therapieform im Falle von abgeknirschten Zähnen immer seltener angewendet. Heutzutage steht eher der Erhalt gesunder Zahnsubstanz im Vordergrund.

Abgeriebene Zähne wieder aufbauen: Die Injection-Moulding-Technik

Um abgeriebene Zähne so weit wie möglich zu erhalten und zu schonen, wird zunehmend die Injection-Moulding-Technik eingesetzt, um sie wieder aufzubauen. Bei diesem Verfahren wird in einem ersten Schritt ein Scan des Gebisses gemacht und daraus ein 3D-Wachsmodell erstellt (Wax-up). Das Wax-up zeigt das Gebiss, wie es nach der Behandlung aussehen kann. Auf dessen Basis wird ein Negativ-Mock-up - also eine Art Schiene - aus Kunststoff hergestellt. 

Dieses Mock-up kann in den Mund eingesetzt werden und so dem Patienten ein realistisches Bild davon geben, wie er nach der Behandlung aussehen wird. Sie können das Mock-up auch mit nach Hause nehmen, um sich eingehend im Spiegel zu betrachten bzw. das Ergebnis mit Freunden oder dem Partner zu besprechen.

Um die aufgebauten Zähne später gegen das Zähneknirschen zu schützen, muss eine Aufbissschiene getragen werden. Diese dient ebenso dazu, die genaue und korrekte Bisslage im nächsten Stadium zu prüfen. Erst wenn der Patient das richtige Gefühl beim Zusammenbeißen hat, kann die Maßnahme durchgeführt werden. Die nachfolgende Beratung rundet die Vorbereitungen ab und der Aufbau der Zähne kann beginnen. 

Der eigentliche Aufbau der Zähne mithilfe der Injection-Moulding-Technik

In das Mock-up-Modell werden bei jedem Zahn Injektionskanäle gebohrt. Nun wird das Modell auf die Zähne aufgesetzt und das Injectable Zahn für Zahn durch die Kanäle eingespritzt. Bei dem Injectable handelt es sich um einen speziellen, hochstabilen Kunststoff, der an die Farbe der Zähne des Patienten angepasst wird. Während sich das Mock-up noch im Mund befindet, wird die Polymerisation (also die Verfestigung des Materials) durchgeführt. 

Nachdem alle Zähne aufgebaut und die Injectables verfestigt wurden, kann das Mock-up entfernt werden. Im Idealfall wurde die richtige Schichtstärke gewählt und das Ergebnis sieht vollkommen natürlich aus. Nacharbeiten sind in den wenigsten Fällen notwendig. Je gewissenhafter und detaillierter die Vorbereitungen getroffen und die Form erstellt wurden, desto besser wird auch das Ergebnis. Das Material ist im Übrigen besonders widerstandsfähig und haltbar. 

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Ebenso wichtig für den Erfolg der Injection-Moulding-Technik bei abgeknirschten Zähnen ist die Behandlung der Zähne im Vorfeld. Bevor man die abgeriebenen Zähne wieder aufbauen kann, muss sichergestellt werden, dass sie frei von Karies sind und auch andere krankhafte Veränderungen im Mundraum wie Parodontose nicht vorhanden sind. 

Weiterhin wichtig sind:

Bei größeren Schäden bzw. besonders stark abradierten Zähnen muss ggf. auf eine der herkömmlichen Methoden zurückgegriffen werden. 

Abgeknirschte Zähne: Werden die Kosten einer Therapie von der Krankenkasse übernommen?

In den meisten Fällen übernimmt die Krankenkasse nur den medizinisch notwendigen Teil der Behandlung. Alle ästhetischen Komponenten werden hingegen nicht übernommen.

Wird bei Ihnen zur Behandlung der abgeknirschten Zähne eine der herkömmlichen Methoden angewandt - also eine Brücke oder Krone, übernimmt die Krankenkasse den Festzuschuss. Wie bei jedem Einsatz von Zahnersatz müssen Sie die Differenz zum Festzuschuss selbst zahlen. 

Bei den seitlichen Zähnen sieht die Krankenkasse häufiger keine Notwendigkeit und auch hier bleiben die Kosten bei Ihnen selbst. Gleiches gilt für Veneers im Frontzahnbereich, da es sich in beiden Fällen um eher ästhetische Maßnahmen handelt. 

Um sicherzugehen, welche Kosten konkret auf Sie zukommen, erstellen wir Ihnen selbstverständlich einen detaillierten Behandlungs- und Kostenplan und reichen diesen bei Ihrer Krankenkasse ein. Erst wenn wir die Antwort erhalten und Sie sich endgültig entschieden haben, wird mit der Behandlung begonnen. 

Therapie abgeknirschter Zähne in Köln

Unsere Praxis rund um Dr. Melchior & Team steht Ihnen bei allen Fragen zum Thema abgeknirschter Zähne mit Rat und Tat zur Seite. Sprechen Sie uns gerne jederzeit an.